Mut zur Werbung!

Warum Anecken besser ist als Me-too-Marketing

Me-too-Werbung fällt so wenig auf wie ein getarntes Chamäleon im Geäst.
Nicht auffallen – in der Tierwelt eine clevere Strategie, in der Werbung nicht.

In der Werbung geht der Trend zum Gleichen. Bloß nicht auffallen, scheint die Devise vieler Werbungtreibenden zu sein. Gleiche Bildsprache, gleiches Wording … aber ging es nicht beim Werben genau ums Gegenteil: anders sein, herausragen, auffallen und im Gedächtnis bleiben? Wo ist der Mut zur Werbung geblieben? Wo bleibt der Wille, einzigartig zu sein?

Me-too-Strategien scheinen in der Werbung immer beliebter zu werden. Das Kopieren erfolgreicher Konzepte von Mitbewerbern hat ja auch einiges für sich: Es geht schnell, reduziert den Aufwand fürs Nachdenken und die Kosten. Das Risiko, dass die Kampagne floppt, ist gering. – Hat ja schließlich bei den anderen auch gut funktioniert. Die Entscheider brauchen also nicht um ihren Job zu bangen. Ist doch super!

Der Nachteil: Wer sich in der Masse versteckt und die gleiche Werbeschiene fährt wie alle anderen auch, hat keinerlei Aussicht auf einen durchschlagenden Marketingerfolg.

Markencharakter – einer für alle?

Der Sinn einer Marke ist, ein unverwechselbares Bild zu schaffen, das sich im Kopf der Konsumenten festsetzt. Der Trick dabei: Wörter, Bilder, Farben und Emotionen so zu kombinieren, dass etwas Einzigartiges entsteht, das sich von den konkurrierenden Marken deutlich abhebt. 

Doch mal ehrlich, wer kann heute noch ungestützt sagen, ob ein Werbespot oder eine Anzeige für die eine Auto- oder Shampoo- oder Waschmittelmarke wirbt oder eine andere? 

  • Wir sehen eine glänzende Karosserie auf kurviger Piste in rau-schöner Landschaft, Reifen knirschen über Schotter, darüber glänzt metallisch der Kotflügel in der Modefarbe der Saison, entspannte Kinder auf der Rückbank – ganz egal, was für ein Emblem auf der Motorhaube des Automobils prangt. 
  • Wir sehen seidig glänzendes Haar, das in geschmeidiger Wellenbewegung über den Bildschirm flutet, hören die Namen der neuesten Inhaltsstoffe, die auch als Salatzutat bestens geeignet wären. In welchem Markenprodukt sie stecken? Egal, morgen gibt’s eh ein neues Pflanzen-Extrakt, das in ein Shampoo nach dem anderen gegossen wird und noch mehr Glanz und Pflege verspricht. 
  • Hängt ein Waschmittelhersteller den Zusatz „Ultra“ an den Produktnamen, sind bald alle „ultra“. Und dann „mega“. Gefolgt von „Pearls“ und etwas später „Pods“. Und alle ziehen mit. 
  • Bei Zahnpasta und Spülmaschinentabs geht es zu wie beim Skat: Erhöht ein Hersteller sein Gebot von 1 Kernfunktion auf 3, bietet der nächste bald 5, der übernächste 7 Vorteile. Das Spiel kann bis 9 oder 12 gehen, bevor es endlich ausgereizt ist. Warum auf eine Unique Selling Proposition fokussieren, wenn man so viel zu bieten hat?
  • Besonders eklatant fällt die Gleichmacherei bei Wahlwerbung auf. Versuchen Sie doch mal die folgenden drei Slogans den werbenden Parteien zuzuordnen: „Wir in Europa.“ – „Für ein besseres Europa.“ – „Wählen Sie Ihr Europa.“ Und, wem haben Sie Ihre Stimme gegeben, weil er Ihre Interessen im Europaparlament am besten vertritt?*

Bloß nicht anecken

Falls dies das erklärte Ziel der Kampagnen war, dann sind sie wohl gelungen. Doch falls es darum ging, Nachfrage zu generieren, Sympathien zu wecken und ins Relevant Set der potenziellen Kunden vorzudringen, haben sie das Ziel sicher verfehlt. Bis auf den Wachmittelproduzenten vielleicht, der als erster mit einem neuen Produkt ins Rennen ging. Wer als Pionier, einen neuen Weg beschreitet, wird oft als Marktführer und Innovator wahrgenommen. Er kann die Themen setzen, denen die anderen hinterherhecheln, und sich dabei bestmöglich in Szene setzen. 

Mehr Mut zur Werbung!

Bevor Werbung wirken kann, muss sie auffallen, aus der Masse herausragen. Das erfordert Mut. Denn wer aus dem Rahmen fällt, geht das Risiko ein, zu missfallen. Das ist trotzdem oft die richtige Strategie. Denn eine polarisierende Kampagne, die breit diskutiert wird, verschafft auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Sie fördert die Bekanntheit und bleibt in Erinnerung. Ideal, wenn die Kernbotschaft den Zeitgeist trifft und die Bedürfnisse der Verbraucher in den Mittelpunkt stellt. Ob Geiz tatsächlich geil ist, bleibt umstritten. Doch die Botschaft kam an und der Mut zur Werbung zahlte sich aus. 

Mut zum Anderssein

Wer erfolgreich werben will, tut gut daran, sich auf die Grundlagen des Marketings zu besinnen. Es geht darum, Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Und Wettbewerbsvorteile sind stets Vorteile für die Kunden, denn was sonst könnte sie zu einer Kaufhandlung animieren? Vorteil heißt außerdem: Vorsprung. Den Mitbewerbern voraus zu sein und einen Nutzen zu bieten, den die Kunden nur hier bekommen, nirgends sonst. Mut zum Anderssein ist deshalb eine wesentliche Grundvoraussetzung für Marketing. Der Mut, etwas zu machen, was sonst keiner macht. 

Mut, Einzigartigkeit zu kommunizieren

Nur wer sich traut, einzigartig zu sein, kann seine Marke erfolgreich profilieren. Das Einzigartige kann alles Mögliche sein: ein innovatives Produkt, eine spannende Entstehungsgeschichte, die Persönlichkeit des Firmengründers, herausragender Service. In jedem Fall bedarf es der Kommunikation, damit die Kunden erfahren, was Ihre Marke so einzigartig macht.

Viele tun sich schwer, ihrer eigenen Marke ein solches Profil zu geben. Ihnen fehlt der Mut zur Werbung oder sie sind einfach zu nah dran. Oft hilft der Blick von außen, um den Wald in all den Bäumen zu erkennen. Ein Werbeprofi hilft Ihnen dabei, den Blick für Ihre Einzigartigkeit zu schärfen und die unverwechselbaren Vorteile Ihres Produkts zu kommunizieren.

Nur Mut, gehen Sie den ersten Schritt auf einem neuen Weg: Kontaktieren Sie mich und vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch: info@relephant.de. Zu meinem Handwerk als Texterin gehört es, Ihre Einzigartigkeit zu erkennen und mit den richtigen Worten für jeden sichtbar zu machen. Ihr Produkt verdient den Einsatz – denn es ist einzigartig, da bin ich sicher.

* Auflösung: Die Slogans verantworteten in der Reihenfolge ihrer Nennung CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bei der Europawahl 2009.